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Auf der Suche nach der
Alternative zum Benzin:
Erdgasfahrzeuge – die verfügbare Zukunftstechnologie
Über den geeigneten alternativen Kraftstoff mit dem größten Potenzial für die
Zukunft wird viel diskutiert und spekuliert. Doch die Marktreife dieser
Technologien lässt auf sich warten. Einzig Erdgasfahrzeuge sind bereits heute
serienreif verfügbar. Die Vorteile liegen auf der Hand: Erdgasautos sind nicht
nur umweltschonend und wirtschaftlich, sondern genügen auch höchsten
Sicherheitsstandards.
10.000 erdgasbetriebene Fahrzeuge fahren bereits heute auf Deutschlands Straßen,
mit stark steigender Tendenz: Allein im vergangenen Jahr kamen rund 4.400
Neuzulassungen hinzu. Auch sie werden dazu beitragen, die verkehrsbedingten
Schadstoffemissionen zu senken. Denn Abgasemissionen von Erdgasfahrzeugen sind
deutlich geringer als bei herkömmlichen Antriebstechnologien. Grund hierfür ist
die „sauberere“ Verbrennung des schwefelfreien Erdgases. Im Vergleich zu einem
Benziner trägt Erdgas bis zu 80 Prozent weniger zur Smogbildung bei und lässt
bis zu 25 Prozent weniger Treibhausgase entstehen. Schwefeldioxid-, Ruß- und
andere Partikelemissionen werden mit Erdgas nahezu vollständig vermieden.
Gleichzeitig werden die Geräuschemissionen dank der „weicheren“ Verbrennung
erheblich vermindert. Dies führt zu einer Eindämmung des Verkehrslärms bei
gleichzeitiger Steigerung der Lebensqualität. Eigenschaften, die auch in der
Politik positiven Anklang gefunden haben: Die Umweltministerkonferenz des Bundes
und der Länder hat sich bereits im Mai 1998 für ein eindeutiges Ja zum
Erdgasauto ausgesprochen. Das Bundesumweltministerium unterstützt die
bundesweite Markteinführung von Erdgasfahrzeugen – nicht zuletzt durch eine
niedrige Besteuerung.
Alternative Kraftstoffe im Überblick
Wenn von Gas als Antriebsart die Rede ist, muss zunächst zwischen Autogas und
Erdgas unterschieden werden. Der Begriff Erdgas umfasst alle gasförmigen
Kohlenwasserstoffverbindungen, die aus der Erde stammen und brennbar sind.
Erdgas gehört ebenso wie Erdöl und Kohle zu den natürlich brennbaren organischen
Rohstoffen. Bei Autogas handelt es sich dagegen um Flüssiggas, das mit dem
Erdgas-Kraftstoff nicht kompatibel ist. Flüssiggas fällt als Nebenprodukt bei
der Erdölgewinnung an und ist damit unmittelbar abhängig von der Benzin- und
Dieselproduktion, die einer begrenzten Verfügbarkeit unterliegt. Außerdem sind
Tiefgaragen für Autos mit Flüssiggas tabu: Flüssiggas ist schwerer als Luft und
sammelt sich somit in Senken. Die dabei entstehende Explosionsgefahr ist bei
Erdgas nicht gegeben: es ist leichter als Luft und verflüchtigt sich direkt in
die Atmosphäre.
Eine weitere alternative Antriebsart der Zukunft ist die sogenannte
Brennstoffzelle. In der Brennstoffzelle wird durch die Reaktion von Wasserstoff
und Luftsauerstoff Energie erzeugt, die als Strom abgegriffen wird. Als Abgas
entsteht lediglich Wasserdampf. Der für die chemische Reaktion in der
Brennstoffzelle notwendige Wasserstoff muss in einem aufwendigen und energie-
intensiven Verfahren gewonnen werden. Herstellen lässt sich Wasserstoff aus
fossilen Energieträgern wie beispielsweise Erdgas. Schadstofffrei ist der
Einsatz von Wasserstoff erst, wenn die zu seiner Herstellung benötigte hohe
Energie aus regenerativen Quellen wie Sonne, Wind oder Erdwärme kommt. In der
Automobilbranche gehen viele davon aus, dass eine marktreife Serienproduktion
von Autos mit Brennstoffzellen-Antrieb noch acht bis 15 Jahre auf sich warten
lassen wird. Aus regenerativen Quellen wird der für diese Technologie benötigte
Wasserstoff voraussichtlich nicht vor 2050 herzustellen sein.
Zu den Kraftstoffen der Zukunft zählt auch reiner Wasserstoff, der einen
herkömmlichen Otto-Motor direkt antreibt. Dazu bedarf es ebenso wie bei der
Brennstoffzelle aufwendiger Verfahren für die Herstellung und Aufbereitung: Im
Vergleich zum herkömmlichen Benzin muss etwa die dreifache Energiemenge
aufgewandt werden. Ein weiterer Nachteil ist derzeit noch der hohe Verbrauch der
Autos – 40 Liter Wasserstoff auf 100 Kilometer.
Ein Trend setzt sich durch
Erdgasautos werden mittlerweile von fast allen
führenden Automobilherstellern in Serienproduktion, entweder als monovalente –
also rein erdgasbetriebene – oder bivalente – mit zusätzlichem Benzintank
ausgerüstete – Fahrzeuge angeboten. Bei bivalenten Fahrzeugen kann automatisch
oder per Knopfdruck jederzeit von Gas- auf Benzinbetrieb umgestellt werden. Der
Benzin-Zusatztank gewährleistet die Mobilität, falls keine Erdgas-Tankstelle in
unmittelbarer Umgebung vorhanden sein sollte. Doch auch das Tankstellennetz wird
dichter: Zu den heute deutschlandweit über 200 Erdgas-Tankstellen kommen jeden
Monat wenigstens fünf hinzu. Ende nächsten Jahres sollen es über 300 sein.
Erdgasfahrzeuge: Sicherheit geht vor
Eine Sicherheitsfrage stellt sich bei Erdgasautos nicht. Denn Erdgasfahrzeuge
genügen höchsten Sicherheitsstandards. Alle eingebauten Druckbehälter müssen
TÜV-geprüft sein und verfügen über eine erhebliche Sicherheitsreserve in der
Größenordnung von 250 bis 300 Prozent. Dies bedeutet, dass die Behälter
mindestens das dreifache des üblichen Betriebsdrucks aushalten müssen, ohne zu
bersten. Eine Brand- oder Explosionsgefahr ist sogar geringer als bei Benzin-
oder Dieselfahrzeugen: Bei einem Schaden entweicht Erdgas, da es leichter als
Luft ist, entweder sofort in die Atmosphäre oder wird durch Notventile
kontrolliert
verbrannt. Die schlagartige Explosion von größeren
Kraftstoffmengen ist – im Gegensatz zu konventionellen Kraftstoffen – praktisch
ausgeschlossen. Hinzu kommt eine vergleichsweise hohe Zündtemperatur von 650
Grad Celsius. Sogar Feuerwehren und Polizei haben Fahrzeuge mit Erdgasantrieb im
Einsatz.
Nähere Informationen zum Thema Erdgasfahrzeuge erhalten Interessierte zum
Ortstarif unter der telefonischen Infoline 01802 – 234500 oder im Internet unter
www.erdgasfahrzeuge.de
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